Zum Inhalt
KANLI YALAN„Blutige Lügen“
Startseite Bücher Dokumente Analysen Kontakt TRENFRDE

Jene Nacht in Marmaris: Mehmet Çetin

wer hat ihn erschossen, und warum?

  1. Bewertung der kriminaltechnischen Untersuchungsergebnisse zum Tod von Mehmet Çetin
  2. Ein Vergleich des Obduktionsberichts von Mehmet Çetin mit den übrigen amtlichen Berichten und mit den während der Leichenschau aufgenommenen Fotografien und der Videoaufnahme
  3. Vergleich des Obduktionsberichts Mehmet Çetins mit der an seiner Kleidung durchgeführten Untersuchung
  4. Vergleich der Löcher am Körper und an der Kleidung Mehmet Çetins mit der Geschossgröße der Soldaten
  5. Der Tod von Mehmet Çetin: die Aussagen der Personenschützer
  6. Weitere Beweise zum Tod von Mehmet Çetin
  7. Wer tötete Mehmet Çetin, und wann?
  8. Schluss

Antwort auf die Einwände

Wer tötete Mehmet Çetin?
Die Behauptung

Das aus dem Körper Mehmet Çetins geborgene Geschoss wurde aus einem Gewehr abgefeuert, das die DNA des Angeklagten Şükrü Seymen trug — also tötete ihn Seymen.

Unsere Antwort

Streitig ist nicht die DNA, sondern die Verletzung. Das Geschoss ist als aus einer Verletzung am linken Knie geborgen vermerkt — einer Verletzung, die vier unabhängige Dokumente als nie vorhanden ausweisen: die erste rechtsmedizinische Untersuchung, das vor neun Zeugen unterzeichnete Leichenschauprotokoll, die Fotos und das Video der Obduktion sowie der Kleidungsbericht, der am linken Hosenbein keine Durchschussöffnung fand. Aus einer Verletzung, die nie bestand, lässt sich kein Geschoss bergen. Fällt die Verletzung weg, so hat die Kette vom Gewehr zum Körper — und mit ihr die Anklage gegen Seymen — keinen Halt mehr.

Wie und wo starb Mehmet Çetin?
Die Behauptung

Er wurde in der ersten Feuersalve getötet, als die Soldaten die Villa erreichten, während er draußen war.

Unsere Antwort

Die Sachbeweise verorten den Tod anderswo — und später. Sein Blut wurde an der Rückseite der Villa 1751 gefunden — einem Gebäude, das die Soldaten nie betraten und das keine Einschussspuren trug — und nirgends nahe der Villa 1782, wo der Schusswechsel mit den Soldaten tatsächlich stattfand. Zeugen sehen ihn zuletzt gegen 03:00–03:15 Uhr am Leben, nach Ankunft der Soldaten. Er kann daher nicht in der ersten Feuersalve gefallen sein, auf die sich die offizielle Darstellung stützt.

Wenn die Kameras kein zweites Team zeigen, kann ihn jemand anderes als die Soldaten getötet haben?
Die Behauptung

Die Kameras zeigen die ganze Nacht nur die Angeklagten; es gibt keine Aufnahmen eines anderen Teams, also kann es niemand sonst gewesen sein.

Unsere Antwort

Die Prämisse trifft zu — und sie weist nach innen, nicht nach außen. Es gab kein äußeres Team, weil der Täter nicht von außen kam: Die Beweise benennen einen Insider — ein Mitglied des Personenschutzes —, der Mehmet Çetin per Funk an die Rückseite der Villa 1751 rief und ihm in den Rücken schoss. Die Innenkameras, die es aufgezeichnet hätten, fehlten, waren beschädigt oder wurden nie herausgegeben, und die umliegenden Lampen waren vor Ankunft der Soldaten zerschlagen worden. Wo der Nachweis selbst beseitigt wurde, lässt sich sein Schweigen nicht als Beleg dafür lesen, dass nichts geschehen ist.

Wenn die rechtsmedizinischen Berichte echt und mit Barcode versehen sind, beweist das nicht die Verletzung?
Die Behauptung

Die rechtsmedizinischen Berichte sind echt, nicht gefälscht — sie sind mit Barcodes versehen; und wenn ein Bericht gefälscht werden sollte, warum nicht auch einer für den anderen gefallenen Beamten?

Unsere Antwort

Die Frage ist nicht die Echtheit, sondern die Richtigkeit. Wir behaupten keine Fälschung. Wir zeigen, dass ein ordnungsgemäß ausgestellter, mit Barcode versehener Bericht eine Verletzung verzeichnet, der jedes andere Dokument derselben Akte widerspricht. Ein Barcode bescheinigt, dass ein Formular bearbeitet und erfasst wurde — nie, dass die darin beschriebene Verletzung am Körper bestand. Auch die Logik des Einwands versagt: Sie unterstellt eine Fälschung, die man beim anderen Beamten zu wiederholen unterlassen hätte — dabei behaupten wir gar keine Fälschung, sondern nur einen einzelnen Bericht, der mit seiner eigenen Akte im Widerspruch steht.

Behaupten Sie, ein „früheres Team“ sei gekommen und habe den Polizisten getötet?
Die Behauptung

Die Behauptung der Angeklagten, ein Team sei vor ihnen eingetroffen und habe den Polizisten getötet, ist eine Lüge.

Unsere Antwort

Unsere These hat sich nie auf ein „früheres Team“ gestützt, und wir weisen diese Erzählung ebenso entschieden zurück wie der Einwand. Was die Dokumente belegen, ist enger und schwerer beiseitezuschieben: Sie betreffen Mehmet Çetin und weisen auf jemanden, der bereits zum Personenschutz gehörte — nicht auf die Soldaten und erst recht nicht auf ein Phantom, das vor ihnen eingetroffen sein soll. Eine Erzählung zu widerlegen, die wir nie vorgebracht haben, lässt die Beweise unberührt.

War Mehmet Çetin nur ein zurückgelassener Personenschützer — warum war er dort?
Die Behauptung

Er war ein Personenschützer des Präsidenten, der an der Villa zurückblieb, weil die Hubschrauberplätze begrenzt und die Straßen unsicher waren, und bis zum Morgen blieb.

Unsere Antwort

Nichts davon ist strittig, und nichts davon berührt die eigentliche Frage. Dass Mehmet Çetin ein Personenschützer des Präsidenten war, der nach dessen Ausfliegen blieb und die Nacht über anwesend war, ist gemeinsame Grundlage. Warum er blieb — begrenzte Hubschrauberplätze, unsichere Straßen — erklärt seine Anwesenheit, nicht seinen Tod. Das Buch fragt nicht, warum er in der Villa war; es fragt, wie, wo und durch wessen Hand er dort starb — und in diesen Punkten gehen die offizielle Darstellung und ihre eigenen Dokumente auseinander.

KANLI YALAN

Kanlı Yalan ist eine unabhängige Dokumentarreihe, die von der offiziellen Darstellung verdeckte Todesfälle anhand der forensischen Akte selbst neu untersucht.

Das Dokumentenarchiv ist eine Sicherung der öffentlichen forensischen Unterlagen der Akte. Originale werden bewahrt; externe Hoster sind nur Sicherungen.

Bereiche

  • Startseite
  • Bücher
  • Dokumente
  • Analysen
  • Kontakt
  • Methode
  • Wer wir sind
  • Presse

Rechtliches

Diese Studie ist eine dokumentarische Untersuchung auf Grundlage öffentlicher forensischer Unterlagen. Sie beschuldigt niemanden einer Straftat und fällt kein Urteil; sie zeigt lediglich die Widersprüche zwischen den Dokumenten der Akte und plädiert dafür, die offenen Fragen zu untersuchen.

© 2026 Kanlı Yalan. Das Copyright jedes Buches liegt bei seinem Autor. bloodylies.org